Naht die Mitternacht heran,
und die Uhr beginnt zu schlagen,
fühlt ein jeder, Frau wie Mann,
hehres Kribbeln in dem Magen:
Neu wird alles: neues Jahr,
neuer Vorsatz, neues Sollen!
Weg das Üble, das mal war,
weg der Laster böses Wollen!
Nicht mehr rauchen, - aus, vorbei,
nicht mehr trinken und nicht prassen,
zärtlich sein wie einst im Mai
und den andern leben lassen!
Freundlich sein mit jedem Wort,
nicht mehr nach dem Süßen greifen,
mehr Bewegung und mehr Sport, -
o, wie die Ideen reifen!
Ist der Countdown dann zu Ende,
führen, wie es immer war,
das Glas Sekt zum Mund die Hände:
„Sei willkommen, neues Jahr!“
Ja, und in den ersten Tagen,
hält man jeden Vorsatz ein,
man ist Vorbild, ohne Fragen,
freundlich, standhaft. So soll' sein!
Allerdings nach kurzen Wochen
schwindet langsam Stück für Stück,
was man selber sich versprochen,
und der Schweinhund kehrt zurück!
Doch, was soll's, das Jahr geht weiter,
neu Silvester naht heran,
wo man edelmütig-heiter
neuen Vorsatz fassen kann!
© Gisela Schäfer
2009-01-11