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Handynutzung im EU-Ausland - Sprechen, Simsen und Surfen ab 1. Juli billiger

30.06.2009 / Dorothea Khairat / VZ NRW - Beratungsstelle Dormag

 

Wetter und Stimmung sind super - die Sendung der wichtigsten Urlaubskoordinaten an die Daheimgebliebenen per Bild und Ton über Handy kann so manche Haushaltskasse erheblich belasten. Um die Kosten für mobiles Telefonieren im Ausland dauerhaft zu senken werden die Höchstgrenzen für Tarife und Gebühren in den EU-Ländern bis Mitte 2011 vereinheitlicht und stufenweise gesenkt. Pünktlich zum Start in die Sommerferien startet ab 1. Juli in den 27 Mitgliedsstaaten die nächste Phase zum günstigeren Sprechen, Simsen und Surfen. Dadurch sparen deutsche Handykunden bei Anrufen nach und von zu Hause rund drei Cent pro Minute. Eine SMS vom Sonnenstrand kostet sie künftig nur noch 13 Cent inklusive Mehrwertsteuer. „Doch einen ausgiebigen Plausch am Pool oder den mobilen Versand von Schnappschüssen in die Heimat sollten sich Handynutzer ohne Vergleich mit zusätzlichen Angeboten der Netzbetreiber trotzdem verkneifen“, rät Dorothea Khairat, Leiterin der Dormagener Beratungsstelle der Verbraucherzentrale NRW. Damit keine hohe Rechnung im Nachhinein die Urlaubsfreude trübt, hat die Verbraucherzentrale NRW folgende Infos und Tipps parat:

Auslandstelefonate:

Handykosten entstehen im Ausland nicht nur beim mobilen Telefonieren, sondern auch bei eingehenden Gesprächen. Die mündliche Durchsage, dass man gut angekommen ist, kostet künftig 51 Cent statt 54 Cent brutto pro Minute. Der freudige Rückruf von zu Hause schlägt mit 19 statt 22 Cent im Minutentakt zu Buche. Jeweils zum 1. Juli 2010 und 2011 werden die Minutenpreise weiter fallen: für abgehende Anrufe von jetzt 51 Cent über 46 auf 41 Cent im Jahr 2011. Bei ankommenden Telefonaten werden Nutzer von 21 über 17 Cent im übernächsten Jahr immer noch mit 13 Cent zur Kasse gebeten.

Simsen:

Preiswerter ist und bleibt bis Juli 2011 der flinke Tastendruck. Ganz gleich aus welcher Länderecke die Nachrichten kommen: Bei allen EU-Mitgliedern werden die SMS-Kosten auf 11 Cent plus Mehrwertsteuer vereinheitlicht. Wer sich in den Niederlanden abstrampelt oder in der Sonne aalt, dem bringt dies eine Ersparnis von 17 Cent pro Meldung, bei einem Aufenthalt in Portugal sogar 24 Cent.

Kostenkontrolle:

Weitere Vergünstigung sollen bis März nächsten Jahres geregelt sein: Spätestens ab dann müssen die Mobilfunkgesellschaften abgehende Gespräche im Ausland nach den ersten 30 Sekunden und eingehende Anrufe ab der ersten Sekunde genau abrechnen. Sobald ein Rechnungsbetrag von 50 Euro während eines Auslandsaufenthalts erreicht wird, können Kunden ab April zudem automatisch auf die Kostenbremse treten und den mobilen Dienst vorübergehend deaktivieren lassen. Vieltelefonierer haben jedoch die Möglichkeit, ein höheres Limit zu wählen.

Datenroaming:

Auch die Roaming-Gebühren, die bei den ausländischen Netzbetreibern fürs Surfen im Web - etwa fürs Einstellen von Fotos oder Abrufen von Filmen - per Handy anfallen, werden ab Juli im Schnitt auf 1,68 Euro gesenkt. Diese Preisgrenze wird im nächsten Jahr auf 80 Cent und ab 2011 auf 50 Cent weiter fallen.

Sonderoptionen:

Die verbilligten Konditionen gelten nicht nur für Kunden mit Mobilfunkvertrag, sondern auch für Nutzer von Prepaid-Karten. Speziell für Vertragskunden bieten viele Mobilfunkbetreiber über die europaweit gültigen Roaminggebühren hinaus noch spezielle Auslandstarife für Mobilfunkgespräche an. Diese warten häufig mit günstigeren Minutenpreisen, aber auch mit zusätzlichen Verbindungsgebühren pro Gespräch auf. Meistens lohnen sich solche Optionstarife erst bei längeren Telefonaten oder bei Auslandsaufenthalten außerhalb der EU. Daneben gibt es auch spezielle Prepaid-Produkte für günstige Handygespräche im Ausland. Auch wer im Urlaub auf die mobile Internetnutzung - also aufs Runterladen von Mails oder Weitersenden von Daten - nicht verzichten will, sollte sich ebenfalls nach besonderen Offerten der Netzbetreiber erkundigen. Nähere Hinweise zu den Bedingungen und Tarifen bietet zum Beispiel das Internetportal www.teltarif.de.

Kostenfalle Mailbox:

Neben Dampfplaudern per Handy und Datensurfen im Internet kann im Ausland das Anspringen der Mailbox ebenfalls leicht zur Kostenfalle werden, da der Angerufene sämtliche Auslandsgebühren übernehmen muss. Deshalb sollte die Mailbox vor dem Abflug am besten ausgeschaltet werden. Dann werden Anrufer aus Deutschland direkt auf die Mailbox geführt, und zusätzliche Auslandskosten fallen nicht an.

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