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Weihnachtszeit ist Spendenzeit: Woran man wahre Wohltäter erkennt

02.12.2009 / Verbraucherzentrale NRW

 

Ob für Notleidende in Krisengebieten oder für kulturelle Anliegen, ob für Aufgaben im Tier- oder auch im Umweltschutz: Alle Jahre wieder wird in der Vorweihnachtszeit zu Spenden aufgerufen. Und nicht selten klingelt ein Sammler auch mal höchstpersönlich an der Haustür. ?Wer wirklich helfen möchte, sollte seine guten Gaben aber nicht allzu leichtgläubig verteilen?, warnt die Verbraucherzentrale NRW. Denn in vielen Bundesländern darf inzwischen ohne Anmeldung und Genehmigung auf Klingeltour gegangen werden.

Um die wahren Wohltäter von unseriösen Trittbrettfahrern der Mildtätigkeit zu unterscheiden, bittet die Dormagener Beratungsstelle der Verbraucherzentrale folgende Hinweise zu beachten:

Wildes Spendensammeln vielerorts erlaubt: In neun von 16 Bundesländern - in Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Niedersachsen, NordrheinWestfalen, Sachsen und Sachsen-Anhalt - müssen Spendensammlungen nicht mehr behördlich angemeldet und genehmigt werden. Mittlerweile reicht es aus, dass Menschen einen Verein gründen, sich eine Satzung geben und sammeln gehen. Und während früher eine Sammelbüchse verplombt sein musste, gibt es hierzulande oftmals keine Regelung, um Münzen und Scheine vor zweckentfremdetem Zugriff zu sichern. Grund genug, genau hinzuschauen und sich erst Informationen über die jeweilige Organisation einzuholen.

Nicht impulsiv, sondern überlegt spenden: Wenn es an der Haustür klingelt oder man an Ständen auf der Straße bedrängt wird, sollten sich Spendenwillige nie unter Druck setzen lassen. Spenden ist freiwillig! Wo mit Fotos von Folteropfern, hungernden Kindern oder gequälten Tieren Mitleid erregt werden soll, stecken möglicherweise nur gestellte Aufnahmen dahinter. Aufdringlichen und überwiegend auf die Gefühlsschiene zielenden Werbern am besten die kalte Schulter zeigen!

Überweisung statt Sammelbüchse: Wer eine Organisation nicht kennt und unsicher ist, ob seriöse Spendensammler am Werk sind, sollte sich ein Antragsformular oder einen Überweisungsträger von der sammelnden Organisation zuschicken lassen. So kann man die Entscheidung in Ruhe überdenken. Die meisten seriösen Unternehmen können zudem einen Geschäftsbericht vorweisen, der darüber informiert, wofür das Geld aus Spenden oder Mitgliedsbeiträgen im jeweiligen Geschäftsjahr ausgegeben wurde.

Spendenwerber im World Wide Web: Eine eigene Homepage im Internet ist kein Garant für die Seriosität einer Organisation! Professionell gestaltete Internetseiten können zwar vordergründig einen vertrauenswürdigen Eindruck erwecken. Sicherer ist jedoch, hinter die Kulissen zu blicken und ergänzende Informationsmaterialien wie zum Beispiel Jahresberichte anzufordern.

Vorsicht bei Fördermitgliedschaften: Viele unseriöse Gruppen werben sogleich feste Mitglieder. Meist sind die Beiträge sehr hoch und geboten wird kaum etwas. Zudem bindet man sich bei Fördermitgliedschaften in der Regel für einen längeren Zeitraum ohne Widerrufsmöglichkeit. Denn die Regelung wie bei anderen Haustürgeschäften, die Verpflichtung innerhalb von zwei Wochen widerrufen zu können, gilt bei solchen Fördermitgliedschaften in der Regel nicht. Oft fließt auch nur ein kleiner Teil der Beträge in Hilfsprojekte. Den weit größeren Teil der Spendengelder verschlucken meist Werbung und Verwaltung.


Wegweiser durch Spendendschungel: Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) in Berlin erteilt Auskünfte über eine Vielzahl an Hilfswerken und hat mit Hilfe eines SpendenSiegels mehr als 250 überwiegend soziale Organisationen als förderungswürdig anerkannt. Das DZI-Spendensiegel kann von gemeinnützigen Zweckverbänden, die sich durch überregionale Spendensammlungen finanzieren, sowie für regemäßig durchgeführte abgegrenzte Sammlungen beantragt werden. Allerdings:
Geprüft werden nur Hilfswerke, die sich selbst beim DZI melden und die Kosten für die Prüfung übernehmen. Vor allem kleinere Organisationen sparen sich das. Wenn ein Verein also in der DZI-Liste fehlt, muss das daher nicht zwangsläufig bedeuten, dass er unseriös ist. Trägt ein Spendenaufruf den Sternenkranz mit DZI-Siegel, kann man sicher sein, dass die Organisation eindeutig und sachlich wirbt, sparsam wirtschaftet und die Gelder nachprüfbar ausweist. Weitere Infos unter www.dzi.de.

Weitere Informationen zum Thema ?Spenden? gibt es auch in der Dormagener Beratungsstelle der Verbraucherzentrale NRW, Unter den Hecken 1.

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